WerkzeugkistePhysik / Sachunterricht3.–10. SchulstufeGangschaltung am Fahrrad: Kettenblatt, Ritzel, Kette – warum bergauf ein kleiner Gang leichter geht.Alle Werkzeuge
Übersicht

Fahrrad-Gangschaltung

Wie ein kleiner Gang den Berg leichter macht – ganz ohne Motor

Erklärung
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Kein Motor – und trotzdem wird der Berg leichter?

„Wie kann das Fahrrad bergauf leichter gehen, wenn ich schalte, obwohl kein Motor drin ist? Was macht die Kette?“
Probier es aus: Stell den Berg steil, drück auf „Treten“ und schalte hinten auf das große Zahnrad.

Zahnräder vergrößert gezeichnet
Tritt-RundenKurbelumdrehungen
0
Rad-RundenRadumdrehungen
0
Gefahrener WegStrecke
0 m
Vorne: Zahnrad bei den PedalenKettenblatt (vorne)34 Zähne
Hinten: Zahnrad am RadRitzel (hinten, Kassette)32 Zähne
0 %
70 U/min

Was passiert bei einer Tritt-Runde?Übersetzung & Tempo

1 Tritt-Runde →
1,1
Rad-Runden
Weg pro Tritt-Runde
2,2 m
etwa 3 große Schritte
Übersetzung i
1,06
34 : 32
Entfaltung
2,23 m
Weg je Kurbelumdrehung
Tempo
9 km/h
bei 70 Tritt-Runden pro Minute
Leistung
20 W
die du trittst

Wie schwer ist jeder Tritt?Kraft am Pedal

ganz leichtschwerunmöglich
😀
leichtwie eine Tasche mit 3 kg drücken
Kraft am Pedal
30 N
im Mittel, senkrecht zur Kurbel
Drehmoment Kurbel
5 N·m
am Hinterrad: 5 N·m

Warum geht das?

Du trittst öfter – aber jeder Tritt ist leichter.Im kleinen Gang musst du viele Male treten, bis das Rad einmal herum ist. Dafür drückst du bei jedem Tritt nur ein bisschen. Im großen Gang kommst du mit einem Tritt weit – aber der Tritt ist schwer.

Was macht die Kette? Sie verbindet das Zahnrad bei den Pedalen mit dem Zahnrad am Hinterrad. Jeder Zahn vorne zieht die Kette um genau ein Glied weiter – und hinten wird dann auch genau ein Zahn weitergedreht. Ist das Zahnrad hinten groß (viele Zähne), dreht es sich langsam. Ist es klein, dreht es sich schnell.

Wie eine Rampe statt einer Treppe: Den Berg hinauf musst du immer gleich hoch. Mit dem kleinen Gang nimmst du den „langen, flachen Weg“ – viele kleine Schritte statt weniger großer. Schau dir dazu den Reiter Treppe & Rampe an.

Kleiner Gang = mehr Kurbelumdrehungen für denselben Weg, dafür weniger Kraft pro Tritt.Die Arbeit, die du für den Berg brauchst (Kraft × Weg), bleibt gleich. Die Schaltung teilt sie nur anders auf: kleine Kraft über einen langen Weg der Füße – oder große Kraft über einen kurzen Weg.

Übersetzung: Die Kette läuft über beide Zahnräder gleich schnell. Dreht sich das Kettenblatt einmal, zieht es zv Kettenglieder weiter. Das Ritzel hat zh Zähne – es dreht sich also zv : zh Mal. Das ist die Übersetzung i. Mit dem Radumfang (hier 2,10 m) ergibt i × Umfang die Entfaltung: den Weg pro Kurbelumdrehung.

Drehmoment wie beim Hebel: Die Kette zieht am Ritzel. Ein großes Ritzel ist ein langer Hebel – dieselbe Kettenkraft erzeugt am Hinterrad ein größeres Drehmoment. Das Hinterrad braucht bergauf ein bestimmtes Drehmoment; mit großem Ritzel reicht dafür eine kleinere Kraft in der Kette und damit am Pedal.

Übersetzung: Zähne vorne durch Zähne hinten
Entfaltung (Weg je Kurbelumdrehung) und Geschwindigkeit; U = 2,10 m Radumfang, f = Trittfrequenz
Fahrwiderstand: Hangabtrieb + Rollreibung + Luftwiderstand (m = 80 kg, cr = 0,006, cwA = 0,40 m², ρ = 1,2 kg/m³)
Drehmoment M = F · r. Am Hinterrad (rR = 0,334 m), an der Kurbel (reibungsfrei: Leistung vorne = Leistung hinten) und die mittlere Kraft am Pedal (Kurbellänge l = 0,17 m)
Die Leistung ist in jedem Gang dieselbe – die Schaltung tauscht nur Drehmoment gegen Drehzahl.
Die Energie für den Höhenunterschied hängt nicht vom Gang ab – nur wie sie auf Kraft und Weg der Füße verteilt wird.

Alle Gänge: schnell oder leicht?Alle 22 Gänge: Kraft am Pedal gegen Tempo

Jeder Punkt ist ein Gang. Oben ist es schwer, rechts bist du schnell. Tipp auf einen Punkt, um zu schalten.Bei der gewählten Steigung und Trittfrequenz. Die gestrichelte Linie ist eine Kraft, die man länger gut treten kann (≈ 250 N). Punkt antippen = schalten.

Für Lehrkräfte

Sachunterricht 3.–4.Physik MS 2.–4. KlassePhysik AHS-Oberstufe

  • Einstieg: Ein echtes Fahrrad umdrehen, Kreidestrich auf den Reifen. Einmal die Kurbel drehen – wie oft dreht sich das Rad? In zwei Gängen vergleichen und hier nachprüfen.
  • Volksschule: Stufe „Für Kinder“, nur Zeitlupe, Tritt-Runden und Rad-Runden zählen lassen; danach Reiter „Treppe & Rampe“.
  • Sekundarstufe I: Übersetzung als Verhältnis, Tabelle im Reiter „Treppe & Rampe“: Kraft × Weg bleibt gleich (goldene Regel der Mechanik).
  • Sekundarstufe II: Drehmoment, Leistung P = M·ω, Energie m·g·h; Diagramm „Kraft gegen Tempo“ bei 0 % und 12 % vergleichen (Luftwiderstand!).
  • Modell: reibungsfreier Antrieb, mittlere Pedalkraft senkrecht zur Kurbel, 80 kg Fahrer + Rad, Radumfang 2,10 m, Kurbel 17 cm. Zahnräder in der Zeichnung vergrößert.
Verstehen

Gleich hoch – aber ganz anders anstrengend

Eine Kiste soll auf die Rampe hinauf. Ist die Rampe kurz und steil, musst du fest schieben. Ist sie lang und flach, geht es ganz leicht – du musst nur weiter gehen. Oben ist die Kiste immer gleich hoch. Genau das macht der kleine Gang am Fahrrad.

Die Hubarbeit W = m·g·h hängt nur von der Höhe ab. Eine lange, flache Rampe verteilt sie auf einen langen Weg mit kleiner Kraft – eine steile Rampe auf einen kurzen Weg mit großer Kraft. Kraft × Weg bleibt gleich (goldene Regel der Mechanik).

3,0 m

Kiste 20 kg · 1 m hoch

Mehr Schritte, aber jeder Schritt ist leichter. Die Arbeit (Kraft × Weg) bleibt gleich!Kraft × Weg = 196 J – bei jeder Rampenlänge gleich (ohne Reibung).

Beim Fahrrad ist jeder Tritt ein Schritt die Rampe hinauf. Kleiner Gang = lange Rampe = viele leichte Tritte.

Und beim Fahrrad? Ein Hügel, 10 m hochAm Fahrrad: 10 m Höhe auf 125 m Strecke (8 %)

Wie oft musst du treten – und wie schwer ist jeder Tritt? Die gelbe Zeile ist dein Gang vom ersten Reiter.Ohne Reibung und Luftwiderstand gerechnet (m = 80 kg). Die Füße legen pro Kurbelumdrehung 2π·l = 1,07 m zurück. Gelb: dein Gang aus „Schalten & Fahren“.

Der Hebel-TrickDas Ritzel als Hebel

Probier es mit einer Tür: Drückst du ganz außen beim Griff, geht sie leicht auf. Drückst du nah an der Angel, brauchst du viel Kraft. Die Kette zieht am Ritzel wie deine Hand an der Tür: Am großen Ritzel zieht sie weit außen – das Rad dreht sich leichter.

Die Kettenkraft FK greift am Radius rh des Ritzels an: MR = FK · rh. Doppelter Radius → doppeltes Drehmoment bei gleicher Kettenkraft. Vorne gilt dasselbe umgekehrt: Das Pedal (Hebel l = 17 cm) erzeugt MK = FPedal·l, das kleine Kettenblatt macht daraus eine größere Kettenkraft FK = MK / rv.

Challenge

Welchen Gang wählst du?

Wähle eine Strecke und schalte vorne und hinten. Dann Los! – und schau, ob du gut vorankommst. Du schaffst ungefähr so viel Kraft, wie wenn du 25 kg in die Pedale drückst.Deine Dauerkraft am Pedal: 250 N.

VorneKettenblatt34
HintenRitzel32
Geschafft:0 / 4
Quiz

Weißt du es jetzt?

Acht Fragen rund um Kette, Zahnräder und Berge.